Personal Brand // Strategie & Design

Warum gerade vielseitige Menschen klare Positionierung brauchen

Es gibt im Coaching-Markt aktuell eine starke Stimme, die sagt: „Lass dich nicht einengen. Du bist vielseitig. Eine Scanner-Persönlichkeit. Eine Multitalent. Du musst dich nicht auf ein Thema festlegen.“

Diese Botschaft ist gut gemeint. Sie nimmt einen echten Schmerz ernst: viele kreative, vielseitige Menschen haben sich jahrelang verpflichtet gefühlt, in eine Schublade zu passen, die ihnen nicht entsprach. Wer das Bedürfnis hatte, mehrere Dinge zu tun, wurde vermutlich schon als junger Mensch öfters gefragt: „Ja, was willst du denn jetzt eigentlich werden?“

Trotzdem ist diese Botschaft in ihrer pauschalen Form problematisch. Vor allem dann, wenn es um die Selbstständigkeit geht. Ich sage das als jemand, der selbst vielseitig ist. Marketing, Design, Coaching-Wissen, Persönlichkeitsentwicklung, Schreiben. Ich liebe die Verbindung zwischen diesen Welten. Sie macht meine Arbeit aus. Und gleichzeitig habe ich gelernt, dass ich diese Vielseitigkeit erst dann sichtbar machen konnte, als ich eine klare Position im Markt hatte.

Was willst du denn jetzt eigentlich werden – genau darum geht es heute!

Was die Anti-Nische-Bewegung wirklich sagt

Die Argumente sind nicht unsinnig. Sie treffen einen wunden Punkt.

Spitze Positionierung fühlt sich für viele tatsächlich an wie Selbstverkleinerung. Eine starre Nische kann zu Verlust der Motivation führen. Der Druck, sich endgültig festzulegen, kann zum Stillstand führen, wenn man jahrelang im Kopf abwägt, ohne je etwas zu beginnen.

All das stimmt. Aber es führt zu einer falschen Schlussfolgerung.

Was die Anti-Nische-Bewegung übersieht

Die Anti-Nische-Bewegung verwechselt zwei Dinge:

Was du anbietest (Methoden, Werkzeuge, Themen, Erfahrungen)

Wie du im Markt erkennbar bist (deine Positionierung)

Sie warnt zu Recht davor, dass du deine Methoden und Themen verlieren würdest, wenn du dich auf eine Sache festlegst. Aber sie übersieht, dass spitze Positionierung gar nicht darüber entscheidet welche Werkzeuge du einsetzt. Spitze Positionierung entscheidet nur darüber, wie du in den Köpfen deiner Wunschkundinnen ankommst.

Du kannst zehn Werkzeuge in der Hand haben und unterschiedliche einsetzen und trotzdem eine klare Nische im Markt bedienen.

Das eigentliche Problem für Vielseitige // Scanner Persönlichkeiten

Vielseitigkeit ist keine Schwäche. Sie ist eine Stärke, weil sie ungewöhnliche Kombinationen ermöglicht. Aber:

Vielseitigkeit ohne Positionierung führt zu Unsichtbarkeit.

Wenn du dich als „ich bin viele“ anbietest, kann dich der Markt nicht einordnen. Niemand weiß, woran er bei dir ist. Du wirst nicht weiterempfohlen, weil andere nicht wissen, wann sie auf dich verweisen sollen. Du fühlst dich vielleicht authentisch, aber du bist in deinem Markt unsichtbar.

Das ist gerade für Vielseitige bitter. Weil ihre Vielseitigkeit ihren eigentlichen Wert ausmacht und genau dieser Wert dann für niemanden sichtbar ist.

Was Vielseitige wirklich brauchen

Nicht den Verzicht auf Vielseitigkeit. Sondern eine klare Positionierung, unter der ihre vielen Facetten sichtbar werden.

Dies ist nicht nur eine klare Antwort auf „für wen bin ich Gold wert“, es entsteht daraus auch eine zentrale Botschaft, eine klare Wunschkundin, ein verbindendes Thema. Alles, was sonst noch da ist, und das darf viel sein, wird zum Werkzeug, nicht zum Auftritt.

Du gibst nicht auf, was du kannst. Du bündelst es zu einer sichtbaren Personal Brand.

Wie das in der Praxis aussieht

Genau diesen Weg beschreibe ich auch in meinem Beitrag Die Lüge vom verlorenen Potenzial. Dort zeige ich am Beispiel einer Theaterpädagogin mit Yoga- und Stimmtraining-Hintergrund, wie sich drei Welten zu einer einzigen, klaren Methode verbinden lassen. Nichts geht verloren. Alles wird sichtbar.

Wenn du dich gerade in der Anti-Nische-Bewegung wiederfindest, weil du Angst vor Selbstverkleinerung hast, lies diesen Beitrag. Du wirst sehen, dass die Wahl zwischen Vielseitigkeit und Klarheit eine falsche Wahl ist. Du darfst beides haben. Und du brauchst beides, wenn du in der Selbstständigkeit langfristig sichtbar werden willst.

Der Weg dorthin

In meiner Arbeit beginne ich bei vielseitigen Menschen genau dort: bei der Frage, was ihr verbindendes Element ist. Diese Frage zu beantworten ist nicht leicht. Aber sie ist beantwortbar.

Zuerst der Blick nach innen: Wer bin ich, was zieht sich durch meine Lebensgeschichte? Das ist der rote Faden.

Dann der Blick nach außen: Wo ist mein Platz im Markt, für wen bin ich Gold wert? Das ist der blaue Ozean.

Und dann die Verschmelzung: Was wird daraus, wenn beides zusammenkommt? Das ist deine eigene Methode, dein violetter Faden.

Für Vielseitige ist dieser Weg besonders kraftvoll, weil er die Potenziale sichtbar macht. Was vorher wie verstreute Talente aussah, wird auf einmal zu einem klaren Profil.

Wenn du das selbst ausprobieren willst:

Lade dir die fünf Personal Brand Fragen herunter. Sie sind der Einstieg in den roten Faden, den Blick nach innen. Für Vielseitige besonders wichtig, weil sie helfen, das verbindende Element zu finden.

Starte mit dem Fundament – dem Blick nach Innen! Der Rote Faden – 5 Fragen. Mein kostenloses Positionierungs-Tool für dich.